Freitag, 4. Januar 2013

4. Etappe Australien - Teil 2 - Von Perth nach Adelaide (6000 km)

Start in Perth

Ja wir fahren noch und sind nicht irgendwo in den Weiten Australien gestrandet.
Wir üben uns im Entschleunigen, klappt mittlerweile recht gut.
Wir genießen die beeindruckende Landschaft, die nicht enden wollenden Strände, die tolle Tierwelt und die vielen kleinen Dinge die man tagtäglich erlebt, auch wenn man sich auf einem solchen Roadtrip in vielen Dingen reduzieren und einschränken muss.

Unser Wagen, wir haben ihn wegen des Nummernschilds „JR“ getauft, hat die Tour bisher gut bewältigt, leider ist er etwas arg durstig. Wir fahren die meiste Zeit mit 75 km/h und Tempomat durch die Landen, halt entschleunigt, manchmal jedoch zum Ärgernis des ein oder anderen Australiers, sei es drum ;)

„JR“ ist zu unserem zu Hause geworden, in dem wir uns so gut es geht eingerichtet haben und unser Gepäck und die Ausrüstung in zig kleinen Boxen und Tüten verstaut haben. Schlafen können wir auf einer recht komfortablen Matratze. Mit an Board ist auch unsere Küche im hinteren Teil des Wagens mit 2 Gasflamen, Kühlbox und Vorratskiste. Dort bereiten wir unsere Mahlzeiten zu. Wir essen hier sehr gesund, nur frische Sachen, kein Fastfood und falls längere Zeit kein Supermarkt in der Nähe ist, wird es halt eine Pasta. Zum Frühstück gibt es frisch gebrühten Kaffee, da fängt jeder Tag gut an, Müsli mit Obst und Brot, kennt man ja ;)

Wir waren lange Zeit in Regionen unterwegs in denen es keine Mobilfunkabdeckung gab. Auch Strom ist zu einem knappen Gut geworden, jeden Tag müssen wir entscheiden, welche Geräte wir während der Fahrt laden können. 2 Gründe weshalb es etwas gedauert hat euch mit weiteren Impressionen zu versorgen.

Nun aber zu eigentlichen Trip. Ihr bekommt unsere ersten Eindrücke/Highlights unterwegs zwischen Perth und Adelaide. Insgesamt sind wir dafür stolze 6000 km gefahren. Haben wir uns im Vorfeld nicht vorstellen können, dass man in einem Monat solche Distanzen zurücklegt. Und das im Urlaub!

Für alle die es genau wissen möchten, einige Zwischenstopps unserer Route. 

Gestartet sind wir am 04.12.2012:

Perth (Western Australia) – Busselton (Jetty 2 km lang) – Dunsborough – Margaret River (Mammoth Cave) – Augusta - Walepole – Denmark (Tree Top Walk, Valley of Giants mit den Tingle Trees) – Albany – Esperance (Cape Le Grande Nationalpark – Lucky Bay Delfine) - Norsemann – Kalgoorlie (Super Pit) – Nullabor (kerzengrade, baumlose Strasse, 1400km, auf dem Weg nach Osten) – Eucla (Weihnachten) – Grenzübergang nach Southern Australia - Ceduna – Fowlers Bay (Sanddünen) – Point Labatt (Seelöwen) – Port Lincoln (Seafood) – Cowell – Port Augusta – Flinders Ranges - Abstecher auf die York Peninsula – Adelaide – Adelaide Hills (Koala).

In Adelaide sind wir am 04.01.2013 angekommen.

Es gibt tatsächlich so etwas wie eine Grenze zwischen Western und South Australia. Hier wird geprüft, ob man Obst, Gemüse, Nüsse oder Honig dabeihat. Das ist nämlich, aus Angst vor Schädlingen, verboten.

Einige unserer Highlights:

Mammoth Cave bei Margaret River: Eine gigantische Tropfsteinhöhle 
Mammoth Cave

Der Gloucester Tree in Pemperton:

Ein sehr hoher Karibaum, wurde früher genutzt um Buschfeuer rechtzeitig zu erkennen. Den Baum kann man immer noch hochklettern. In den Stamm sind riesige Nägel gehauen, die wie eine Wendeltreppe den Baum hinaufführen. Der Ausguck ist in 60 m Höhe. Frank hat sich die Gegend dann mal von oben angesehen und ich mir Frank von unten :-)
Sieht man mich in der Mitte ;)

Karri Wald und Tree Top Walk in Denmark:

Gigantische Eukalyptusbäume in sehr alten Wäldern.
Das ist ein Wald...
Hier gibt es genug Wasser...
Die riesigen Bäume sind vom Buschfeuer ausgehöhlt - Platz genug um sein Auto zu parken... 

Beim Tree Top Walk läuft man über Brücken durch die Bäumwipfel der Karibäume und sieht den Wald von oben.
Hier geht es hoch hinaus...
Es führt ein Weg in den Wipfel...

Der Cape le Grande Nationalpark bei Esperance:

Der schönste Nationalpark den wir bisher gesehen haben. Hier verbrachten wir ein paar Tage am Strand, auf einem Campground, zusammen mit vielen Kängurus. Am schneeweißen Strand mit quietschendem Sand, ist morgens immer eine Gruppe Delfine vorbeigekommen. Und was die Herren wahrscheinlich mehr interessiert, man konnte mit dem Auto kilometerweit am Strand entlang fahren. Das haben wir natürlich ausgiebig getan. Auf unserem Rückweg nach Esperance waren es 25 km Nonstopp.
Hier lässt es sich aushalten...
Was für ein Strand - unser Auto parkt übrigens rechts im Bild...
Campground: Wo es schön ist wollen Sie alle hin...
Zum Glück haben wir einen Offroad-Wagen und können uns ein abgeschiedenes Plätzchen suchen...

Die Superpit in Kalgoorlie:

Kalgoorlie liegt mitten im Outback und ist eine alte Goldgräberstadt. Heute gibt es dort eine der größten Tagebaus-Goldminen der Welt. Ein gigantisches 400 Meter tiefes Loch. Wir haben uns die Anlage auf einer Tour angeschaut, war ziemlich beeindruckend. Gold für uns, gab es leider nicht.
Zum ersten Mal wurde es richtig warm mit Temperaturen über 40 Grad, hier fängt schließlich die Wüste an.
Das ist mal ein Loch...
Dafür braucht man ordentliche Maschinen kosten nur 3,5 Mio. € pro Stück - ein Reifen 35.000 €
Das passiert wenn solch ein Radlader über ein Auto fährt...
Auf dem Campingplatz In Kalgoorlie ist Frank zum Spiderman geworden. Wir hatten eine für unsere Vorstellungen sehr große Spinne im Auto. Wir beide schön in Panik, aber Frank hat sie erledigt ;) Wir haben die Spinne von einem Australier begutachten lassen und erfahren, die sei „nicht so schlimm, war nur ein Handsman-Baby“. Wenn das das Baby war will ich die ausgewachsenen nicht kennenlernen.

Der Nullarbor auf dem Weg nach South Australia:

Nullarbor wir die Überführung von West- nach Südaustralien genannt, nach dem Nullarbor Nationalpark der mitten auf der Strecke liegt. Nullarbor kommt von null arbor - „keine Bäume“ und das stimmt auch dort gibt es nicht mal Büsche nur weite Graslandschaften. Man fährt 1400 km mehr oder weniger geradeaus durch eine nicht besiedelte Gegend ohne Städte oder Dörfer. Nur ab und zu ein Roadhouse mit einer Tankstelle. Ein Teilabschnitt geht über 145 km kerzengerade, ohne die kleinste Kurve. Die Fahrt hatte etwas meditatives, aber mit guter Musik war es eine tolle Erfahrung.

Kein Kommentar...
Weihnachten in der Ferne und in der Sonne ist schon merkwürdig. Es kommt keine typische Weihnachtsstimmung auf und man vergisst die Feiertage zwischendurch immer wieder. Wir haben unsere „Wohnung“ aber doch ein wenig geschmückt und uns ein Weihnachtsessen in Eucla am Ende der Nullabor-Tour gekocht.

Ankunft in Adelaide:

Adelaide eine Hafenstadt ist die fünftgrößte Stadt Australiens.
Die Skyline ist überschaubar...
Historische Einkaufspassage in der Innenstadt
Hier verbringt man die Abende in den Pub's 
Adelaide hat uns sehr heiß empfangen, mit Temperaturen von über 45 Grad im Schatten. Es ging nicht mehr viel. Selbst im Schatten war es nicht auszuhalten, da zusätzlich starker Wind einem wie ein Heißluftfön ins Gesicht geblasen hat. An diesem Tag wurden überall Temperaturrekorde aufgestellt. In einer australischen Zeitung stand dazu ein interessanter Bericht, es wird erwartet, dass in den nächsten Jahren über eine Millionen Australier die Städte verlassen, um sich direkt an den kühleren und nicht buschfeuergefährdeten Küstestreifen niederzulassen. In Deutschland gibt es Landflucht hier Stadtflucht...
Die Temperaturen vom 04.01. - wohlgemerkt wir sind hier nicht in der Wüste...
Selbst die Tauben im Park konnten nicht mehr...
Am nächsten Tag haben wir einen Abstecher in die Adelaide Hills gemacht. Eine sehr schöne Region oberhalb von Adelaide mit deutlich angenehmeren Temperaturen. Hier haben sich die ersten Deutschen Einwanderer angesiedelt. Das älteste deutsche Dorf heißt Hahndorf und ist eine Mischung aus Touristenort und Freilichtmuseum. Es gibt deutsches Essen, Wurst und Sauerteigbrot, garniert mit Folklore und Volksmusik.
Das German Arms in Hahndorf
Reiseroute der Hahndorfer- Der Start kommt uns bekannt vor ;)



Nach 4 Wochen auf der Strasse hat sich bei uns der Alltag eingestellt, wenn man es so nennen kann. Die Handgriffe um abends die Betten herzurichten und morgens das Auto startklar zu machen haben sich eingespielt, immer ein Auge auf die Vorräte, haben wir genug Wasser (zum kochen und trinken), genug Benzin, wieviel an Essen, reicht alles für die nächsten Tage. Dazu schauen wir uns grob die Tagesroute an immer von West nach Ost und entscheiden, ob wir mal wieder auf einen Campingplatz mit Waschsalon und heißen Duschen müssen. Alternativ gibt es hier viele freie Campingplätze oder Parkplätze, auf denen man einfach übernachten kann, wenn es gut läuft sogar mit einer Toilette. Oder auch direkt an einem schönen Strand campen, aber die Dusche muss dann warten ;-)

Davon gönnen wir uns Abends ein Schlückchen  - Flaschen sind zu schwer und Bier lässt sich nicht kühlen...

Soviel zu unseren ersten Eindrücken aus Down Under.
Jetzt geht es weiter Richtung Melbourne, natürlich entlang der Great Ocean Road...



Weitere Impressionen der Etappe:
Wald bei Walepole 
Düsterer Himmel am Fish Creek
Natural Bridge mit Yvonne bei Albany 
Hier kann man sich ausruhen...
Die sind nicht reinkopiert!
Twillight Beach bei Esperance 
Regenbogen im Outback - Kalgoorlie
Salzsee bei Kalgoorlie 
Great Australian Bight - Kalksteinküste am Nullabor 
Road Train - sowas fährt hier durch die Gegend...

Es geht noch länger...
Entspannen an der Küste...
Natürlich gibt es auch Sonnenuntergänge...
...jeden Abend...
Was so eine Campingküche alles hergibt...
Hanncock Lookout - Flinders Ranges
Weil es so schön ist, noch einer...
Adelaide Hills - alles grün...
Die Karri Bäume häuten sich... 
BBQ Battle - Tofu vs. Steak mit Kartoffeln, Zuchini und Zwiebeln als Zuschauer...


4 Kommentare:

  1. Moin ihr beiden,
    saugeile Bilder!!! Das Foto mit Yvonne unterm Zeltdach am Strand kommt mir irgendwie bekannt vor :-D Wie schaut's mit den Offroad-Künsten aus, klappt alles, macht JR alles mit?
    Schön zu sehen, dass wir nicht die einzigen sind, die im Sommer gegrillt werden :-D
    Viele Grüße aus der Wüste,
    Martin + Doro

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  2. wow, unglaubliche Bilder und danke, jetzt hab ich neue Bildschirmhintergründe für die nächsten jahre :o)
    Wir sitzen hier im meterhohen schnee, da kann ich wenigstens vom strand und barfusslaufen träumen.
    ganz liebe grüsse
    ivonne

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  3. nicht schlecht die bilder

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