Donnerstag, 15. August 2013

9. Etappe: Laos – Mit dem Boot auf Nam Ou und Mekong durch Laos

Die Fahrt von Sapa (Vietnam) nach Muang Khua war nicht ohne. Die erste Etappe sind wir 11,5 Stunden mit dem Sleeperbus nach Dien Bien Phu gefahren. Auf der Strecke lagen einige steile Pässe mit vielen Serpentinen, eigentlich bestand fast die gesamte Strecke aus einer Aneinanderreihung von Kurven. In der Nacht hat es stark zu regnen angefangen, ausgerechnet an einer 20 Kilometer langen Baustelle in den Bergen, der 2. Busfahrer musste immer wieder aussteigen um Steine von der Strasse zu räumen. Zum Glück war es dunkel, so konnten wir die steilen Abhänge nur erahnen. Wir hatten aber einen sehr guten Busfahrer, schon etwas älter, hat er uns mit seiner Erfahrung sicher ans Ziel gebracht Das mit den Busfahrern ist nicht immer so, da gibt es Spezialisten die viel zu schnell fahren oder gerne auch total übermüdet. Das macht dann keinen Spass!

In Dien Bien Phu sind wir in den nächsten Bus umgestiegen und nach weiteren 5 Stunden sind wir in Muang Khua angekommen. Dazwischen lag noch der Grenzübergang nach Laos. Wir hatten ja Bedenken wegen unsere nachgebesserten Visa (siehe Visa für Laos) es gab aber keine Probleme. Wie bereits geschrieben mussten wir nur für die imaginäre Fiebermessung und die Überstunden bezahlen - wir haben die Grenze an einem Samstag überquert - und schon waren wir in Laos.

Grenzübergang nach Laos



In Muang Khua haben wir eine Nacht verbracht. Ein nettes kleines Dorf am Nam Ou Fluss.


Muang Khua

Boot-Anlegestelle Richtung Muang Ngoi


Eine richtige Reiseroute hatten wir nicht, nur die Informationen zu dem Trip von Sapa nach Luang Prabang. Dort hieß die nächste Etappe mit dem Boot weiter nach Muang Ngoi – also haben wir das mal probiert. Am nächsten Morgen haben wir uns ein Boot für die 6 Stunden Fahrt auf dem Fluss Nam Ou gesucht. Die ersten 3 Stunden waren eher langweilig, aber dann erschienen Kalksteinfelsen und -Berge im Hintergrund und man ist plötzlich in einer traumhaften Umgebung. Am Flussufer sieht man Fischer, badende Wasserbüffelherden, kleine Bambusdörfer und Schwärme von weißen Schmetterlingen, toll.


Beeindruckende Landschaft...

...steile Kalksteinberge...

...und Wasserbüffelherden am Flussufer 


Muang Ngoi ist ebenfalls ein kleines Dorf, allerdings mit vielen einfachen Gasthäusern und Restaurants. Es ist nur über den Fluss zu erreichen, so dass hier meistens Backpacker absteigen. Zur Zeit ist Nebensaison, da die Regenzeit vor der Tür steht, und so war es einfach einen super Bambus-Bungalow mit Fluss- und Bergblick für unglaubliche 3€ pro Nacht zu bekommen.

Ankunft in Muang Ngoi

Erstmal etwas zu trinken - hier lässt es sich aushalten


Alles sehr Basic, kein Internet, keine Klimaanlage, kein Ventilator dafür aber mit heißer Dusche, 2 Hängematten und ganz viel Charme. Es hat uns so gut gefallen, dass wir 4 Tage hiergeblieben sind. Das ist der Vorteil, wenn man ohne großen Zeitdruck reisen kann – man bleibt einfach dort wo es einem gefällt.



Was für eine Aussicht aus unserem Schlafzimmer (mit Hängematten links und rechts)...

...unsere Bungalow-Nachbarn und wir


Wir haben die Tage aber nicht nur faul in der Hängematte verbracht, sondern haben uns auch die Umgebung angeschaut. Wir sind in ein paar kleine Dörfer gewandert, alles noch recht ursprünglich, haben eine riesige Höhle mit unseren Stirnlampen erkundet und haben versucht zu fischen, leider ohne Erfolg.


Wanderung in das Hinterland

Alles noch recht ursprünglich

Die Kids auf dem Weg nach Hause...

..in dem Dorf haben wir ein Mittagessen bekommen...

...hier wird schon früh mitangepackt ;) 

Desaster-Angelausflug - Wo geht es hier lang?


Auf der Fahrt von Sapa hatten wir bereits Alan kennengelernt, ein Argentinier aus Buenos Aires.
Er ist mit uns bis Luang Prabang gereist, praktisch, jetzt haben wir eine Anlaufstelle in Buenos Aires. Er will uns Karten für ein Boca Juniors Fussballspiel besorgen und mit zum argentinisches Barbecue nehmen. Was will man (Frank) mehr ;)
Dazu haben sich noch weitere Backpacker gesellt, so das wir diesmal in einer größeren Gruppe unterwegs waren.


Nach den entspannten Tagen in Muang Ngoi ging es mit dem Boot nach Nong Khiao und weiter mit einem lokalen Minibus nach Luang Prabang, der alten Königsstadt. Was für ein Unterschied, Luang Prabang ist das touristische Zentrum in Laos, aber so etwas von ruhig und entspannend. Man wird nicht aufdringlich angesprochen um etwas zu kaufen und man kann einfach in der fantastischen Altstadt mit vielen Tempeln (Wat) und Märkten entlang schlendern.


Das beste Bild zuerst!

Luang Prabang - links die Altstadt und dahinter der Mekong

Hier geht es beschaulich zu, mit Häusern aus der Kolonialzeit

TAXI - TukTuks's dürfen nicht fehlen

Einer der zahlreichen Tempel 


Leider währte die Freude nicht lange, noch am ersten Abend ist Frank plötzlich krank geworden. Zu den starken Gliederschmerzen kam sehr schnell Starkes Fieber – über 40 Grad.
Das ist immer ein Alarmzeichen in tropischen Gebieten. Also sind wir am nächsten Tag direkt mit dem Tuk Tuk in das Provinzkrankenhaus gefahren. Krankenhäuser in Laos sind keine gute Option. Die medizinische Versorgung ist mit die schlechteste in ganz Süd-Ost-Asien - selbst in Luang Prabang. Die hygienischen Verhältnisse sind mehr als abenteuerlich. Zum Glück gibt es hier seit Ende letzten Jahres eine Kooperation mit dem Bangkok Hospital, so dass immer ein Arzt mit 2 Schwestern aus Thailand anwesend sind. Die haben dort eine Art Emergency Room eingerichtet. Dort hat Frank einen Bluttest machen lassen, um festzustellen, um welchen Infekt es sich handelt.
Malaria oder Dengue Fieber kommen einem immer zu erst in den Sinn.
Es hat aber noch 2 weitere Bluttests benötigt, um Malaria einigermaßen sicher auszuschließen.
Das ganze hat sich mehr in einen bakteriellen Magen-Darm-Infekt gewandelt. Nach 3 Tagen hat das Fieber nachgelassen und die Antibiotika haben aufgeräumt.


Das Provinz-Krankenhaus - hier möchte man nicht länger als nötig verweilen...


Dengue Fieber konnte der Arzt nicht sicher ausschließen, da der Test nicht gut genug ist, deshalb wird Frank sich in Bangkok nochmal durchchecken lassen.

Glücklicherweise ist das Ganze nicht in Muang Ngoi passiert, mitten im Nirgendwo, sondern in Luang Prabang. Wir hatten in einem netten kleinen Gasthaus ein Zimmer mit Balkon und Frank hat sich hier erholt. 


Unser Gasthaus - wir hatten ein Zimmer im 1. Stock


Insgesamt sind wir fast 3 Wochen in Luang Prabang geblieben, wir wollten gar nicht mehr weiter. Es gibt hier so nette Cafe's und Restaurant's und so haben wir uns mit gutem Essen und viel Ruhe gut erholt, nicht nur von der Krankheit sondern auch vom vielen Reisen der vergangenen Monate. Wir haben ja ein gutes Pensum hinter uns gebracht.

Das Joma-Cafe...

...hier haben wir uns oft, lange und gut klimatisiert aufgehalten...

...leckeres Frühstück im "Büro"


Nach der Ruhephase haben wir uns dann langsam wieder an das Sightseeing herangetastet. Der Aufstieg zum Phosi-Berg mit einer super Aussicht über Luang Prabang und der Besuch des alten Königspalast dürfen natürlich nicht fehlen.

Stupa auf dem Berg Phosi...

...dazu gibt es diesen Ausblick auf den Mekong

Blick auf den ehemaligen Königspalast

Tempel vor dem Königspalast


Neben unserem Lieblingsmarkt - dem täglichen Nachtmarkt in wunderschönen Ambiente mit teils ausgefallenen Souvenirs, haben wir auch den lokalen, teils exotischen Morgenmarkt angeschaut - dafür sind wir extra um 5:30 Uhr aufgestanden.

Der Nachtmarkt wird vorbereitet...

...und bringt Abends eine tolle Atmosphäre...

Der Papierschirm-Stand

Hier der Morgenmarkt...

...mit vielen ausgefallenen "Leckereien" - Käfer, Mekong-Algen...

...frische Warane, und noch viel mehr...

...da braucht man mal eine Pause


Von den vielen guten Restaurants, stach eines deutlich heraus und muss hier erwähnt werden, das Tamarind Restaurant. Hier bekommt man laotische Spezialitäten mit tollen Fruchtsäften, angerichtet fast auf Sterne-Niveau, für einen Preis der dafür nahezu lächerlich gering ist.

Hier einige Impressionen unserer vielen Besuche:



Das Tamarind Restaurant...

das Wichtigste zuerst der Sticky Rice - darf bei keiner Mahlzeit fehlen und wird mit den Fingern gegessen

Auswahl an laotischen Köstlichkeiten - besonders die geräucherte Wurst war super

Hier gibt es Wasserbüffel

Vorspeisenteller, man nimmt den Sticky Rice wickelt ihn in die Algenblätter und dippt ihn in die Soßen

Das Nationalgericht "Laab" ein Salat mit mariniertem Fleisch oder wie hier in der vegetarischen Form mit Tofu 

Desserts gab es auch...


Jedes Mal ein wahres Feuerwerk verschiedenster Geschmäcker.


Zweites kulinarisches Highlight war ein Suppenstand, denn wir leider erst recht spät entdeckt haben. Genau so stellt man sich den perfekten Suppenstand vor. In 2 großen schwarzen Töpfen köcheln über Holzfeuer 2 Suppen, eine klassisch Pho (Nudelsuppe) und dazu eine Khao Soi, leicht säuerlich mit Hackfleisch, Tomaten, Sprossen und allerlei Kräutern und Gewürzen.
Für Frank die beste Suppe die er bis jetzt in Asien probiert hat.


So stellt man sich einen Suppenstand vor...


...mit schönen, alten, großen Töpfen überm Holzfeuer...

Das gab es - einmal die bekannte Pho - Nudelsuppe mit Kräutern...

...und die hervorragend schmeckende Khao Soi-Supper mit Tomaten und Rinder-Hackfleisch

Gut war auch die echte Steinofenpizza, die ein Kanadier in seinem Restaurant zubereitet hat. Nur der Weg war etwas abenteuerlich - dorthin musste man diese Brücke überqueren:

Der wacklige Weg zur leckeren Pizza


Was gibt es sonst noch aus Luang Prabang zu berichten. Aufgrund der vielen Tempel gibt es auch sehr viele Mönche in ihren traditionellen orangen Gewändern in der Stadt. Morgens um fünf startet mit Trommelschlägen die Prozession der Mönche, die von der lokalen Bevölkerung mit Essen, meistens Reis, versorgt werden. Da unser Gasthaus direkt neben einem Tempel liegt, konnten wir das Ganze jeden morgen aus unserem Bett beobachten. Leider hat auch hier der Massentourismus Einzug gehalten, so dass sich große Gruppen chinesischer Reisegruppen zu den Essenspendern gesellen und die Mönche teilweise aus nächster Nähe und mit Blitzlicht abfotografieren. Das ist dann nicht mehr schön. Übrigens essen die Mönche keine Essensgaben von Touristen.


Vorbereitungen am Tempel...


...die chinesische Reisegruppe hat sich schon für die Nahaufnahmen formiert...


...hier kommen die Mönche in ihrer morgendlichen Prozession...


...die Einheimischen spenden den Mönchen jedem Morgen Reis


Erkundet haben wir Luang Prabang mit Fahrrädern und Motorroller und sind zu den Kuang Si Wasserfällen gefahren. Die sind wirklich traumhaft:


So stellt man sich einen tropischen Wasserfall vor...

...mit vielen Badepools...


...da gibt es natürlich auch Touristen...

...den großen Wasserfall kann man hinaufklettern und hat dann diese Aussicht.


Natürlicher Fischspa am Wasserfall - hier kommen die Fische also her... 


Mit dem Motorrolle hatten wir eine kleine Panne - dass hintere Schutzblech war kaputt. Wird sofort repariert - das ganze für 6 € inkl. Ersatzteil. Perfekt!

Bitte einmal neues Schutzblech!

Nach der langen Zeit an einem Ort, hatten wir wieder so etwas wie einen geregelten Tagesablauf, das es den gibt, haben wir fast vergessen und deshalb war der Abschied nicht leicht. Allerdings laufen unsere Visa bald ab, also weiter...


Auf Wiedersehen Luang Prabang


Nächstes Ziel sollte eigentlich Myanmar sein. Da die Einreise über den Landweg nach Myanmar nicht oder nur sehr kompliziert möglich ist, haben wir einen Flug von Bangkok nach Mandalay gebucht. Für den Weg nach Thailand haben wir uns für die Fahrt auf dem Mekong entschieden. Es gibt 2 Optionen mit dem Speedboat, sehr gefährlich, oder mit dem Slowboat. Dann dauert die Fahrt zwar dreimal so lange und man muss einmal mehr übernachten, aber es ist sehr entspannend.
Die Wahl viel auf das Slowboat. An den 2 Tagen sind wir insgesamt 18 Stunden mit dem Boot gefahren, um von Luang Prabang über Pak Beng nach Huay Xai zu gelangen. Genug Zeit um den Blog und alles weitere auf den aktuellsten Stand zu bringen ;)


Unser Langboot nach Thailand


Ganz gemütlich - die Sitze stammen  aus Bussen


Mit den Speedbooten sollte man lieber nicht fahren - auf dem Mekong gibt es zu viele Hindernisse


Anlegestelle in Pak Beng, der Zwischenstation auf der 2-tägigen Mekong-Reise


Huay Xai liegt direkt an der Grenze und Thailand ist nur noch eine Fährfahrt über den Mekong entfernt.


LKW-Verkehr an der Grenze zu Thailand


Ganz schön viel Verkehr


Fazit: Der Teil, den wir von Laos gesehen haben war toll, die Leute sind sehr freundlich und alles geht ganz entspannt seiner Dinge. Luang Prabang war bisher die interessanteste und angenehmste Stadt unserer gesamten Süd-Ost-Asien Reisen. Wir kommen gerne wieder...


Weitere Impressionen:


Wäscheständer Laos-Style

Wie spät ist es - jeden Abend werden die Souvenirs akkurat ausgelegt

Tempel mal anders - nicht ganz so golden, hat auch etwas

In den Körben sind Singvögel, die kann man kaufen und am Tempel für's eigene  Glück freilassen

Wasserbüffel-Herde beim sonnen

Landschaft am Nam Ou

Reisfelder in Laos

Tempelkatze

Die Goldene Naga mit sieben Schlangenköpfen

Baubrigade in safrangelb, oder wir bauen unseren neuen Tempel

Bambusbrücke in Luang Prabang

Mönchsprozession vor historischer Kulisse

Beim Gebet

Bienenwaben auf dem Morgenmarkt

Mönch mit seinem Reistopf

Dorfkinder

Flusskinder

Hier wird gepaddelt

Goldener Friedhof mitten im Wald

Flussfähre

Einfach mal ausruhen

Der goldene Buddha-Fuß

Hölle der 1000 Buddha's

Mauerbegrünung

Hier wird getrommelt

Ein letzter Blick auf den Mekong


One more thing...   -  Ein neues Rätsel!

Welches Insekt versteckt sich auf dem Bild und wo ist es?

Na, gefunden?

6 Kommentare:

  1. Gefunden! Bildmitte (etwas rechts) und es ist eine (Trommelwirbel) Blattheuschrecke - was hab ich denn gewonnen???? ;)

    Wie bereitet man denn einen Waran zu? Bitte um Rezepte :p

    Die Chinaxen sind doch och ein bissl anders, da kann man sich ja wirklich fremdschämen.

    Liebe Grüße aus dem sonnigen Berlin

    Nicole

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  2. Die "Tempelkatze" hat doch das Vögelchen gefressen, von wegen es wird freigelassen! - Nicole

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  3. Hach war das schöön, bin eben nochmals durch Laos gereist - vielen dank!

    Also ich sehe die Blattheuschrecke ziemlich unten links?.

    Wir haben jetzt grad Mittagszeit, ich hätte gerne von diesem köstlichen Essen, egal in welcher Reihenfolge!
    Liebe Grüße, Christa

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  4. Sehr schön :)

    Drücker, Anja

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  5. Ich ergänze mal zu Nicole's Bildmitte: Gottesanbeterin

    Gruß Andi

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  6. Ich habs natürlich nicht gleich gesehen. Wie immer, blind eben:))

    Liebe Grüße Antje

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