Dienstag, 16. April 2013

7. Etappe Kambodscha – Amok und Angkor

3.April 2013 Ankunft in Phnom Penh der Hauptstadt von Kambodscha.

Einen richtigen Plan für unseren Aufenthalt in Kambodscha haben wir nicht. Erstmal Visa für die kommenden Länder (Vietnam, Laos, Myanmar) in Phnom Penh beantragen und natürlich nach Siam Reap und Angkor mit seinen berühmten Tempeln.

Nach unseren drei Tagen und zwei Nächten auf Flughäfen waren wir glücklich wieder in einem richtigen Bett zu liegen. Wir haben ein richtig schönes Hotel erwischt, eine kleine Oase in Stadt. 

Der Eingangsbereich unseres Hotels


Phnom Penh ist, man muss es leider sagen, richtig dreckig. Überall Staub und Schmutz und der Verkehr - „die einzige Regel ist, es gibt keine Regeln - was sind Ampeln?“ -  macht es noch unangenehmer. Als Fussgänger hat man es schwer, es gibt keine richtigen Fusswege und wenn doch, parken dort Autos, Tuk Tuk's und Motorroller. Mal wieder etwas Neues, nach den Monaten in Australien und Neuseeland. Willkommen in Süd-Ost-Asien...

Platz da, wir müssen hier durch...


Wir haben trotzdem versucht die Stadt zu erkunden. Als 1. auf der Liste Botschaften - wir wissen nun wo sich alle möglichen Vertretungen in Phnom Penh befinden. Die Beantragung unserer Visa hat recht gut geklappt, allerdings mit einigen Ereignissen zum schmunzeln: hier klicken zum Extra-Post.


Insgesamt haben wir eine Woche in Phnom Penh eingeplant. Da bleibt auch Zeit zum Sightseeing.
Wir haben zusammen mit zwei Japanern und einer Koreanerin eine Tour gebucht, bzw. einen Bus mit Fahrer, der uns zu den wichtigsten Punkten bringt.
Los ging es zu unseren ersten beiden Zielen den Killing Fields in Choeung Ek (eines von 300 Vernichtungslagern zu Zeiten der Roten Khmer und Pol Pot, heute Gedenkstätte) und zum Folter-Gefängnis Tuol Sleng „S21“, eine ehemalige Schule in der politische Gefangene verhört und gefoltert wurden. Schweres Programm gleich zu Beginn.

 Pol Pot und der S21-Leiter Duch 


Noch ein paar Informationen zu den beiden Stätten:

In den Killing Fields in Choeung Ek wurden zu Zeiten von Pol Pot und der roten Khmer mehr als 17.000 Menschen umgebracht, insgesamt waren es in den Vernichtungslagern mehr als 1,3 Mio. Opfer). Man kann die Massengräber sehen, einige wurden geleert und die Opfer umgebettet. In der Regenzeit werden durch die Wassermassen ab und zu Knochen und Kleidungsreste an die Oberfläche „gespült“, die dann alle paar Monate von den Mitarbeitern des jetzigen Museums eingesammelt werden. Den Opfern zu Ehren wurde ein großer Stupa errichtet, in der sich alle gefunden Schädel befinden, der Stupa ist über 60 Meter hoch und es befinden sich 5000 Schädel darin.

Massengräber in Choeung Ek


Aus Mangel an Macheten wurden messerscharfe Palmstengel verwendet 


An diesem Baum wurden Säuglinge getötet

Kinder- und Frauengrab

Gedenk-Stupa mit Schädel der Opfer


Während der Herrschaft der roten Khmer wurde eine Schule zu dem berüchtigten Gefängnis S21 umgewandelt und zur Folterung der politischen Gefangenen genutzt. In der heutigen Gedenkstätte kann man den gesamten Komplex inklusive der Zellen besichtigen, zudem werden die Foltermethoden dargestellt. Es sind hunderte Fotos der Opfern ausgestellt, die entweder hier gestorben sind oder zu den Killing Fields gebracht wurden. Von den 20.000 Insassen konnten nach der Befreiung 1979 nur 14 gerettet werden. Zwei von ihnen sind jeden Tag in dieser Gedenkstätte und signieren ihre Biografien...

Eines der S21-Gebäude 

Zellentrakt

Wand der Opfer...

Totenschädelkarte Kambodschas der Roten Khmer

Survivor


Danach weiter zum Russian-Markt, einer der typischen Märkte mit Lebensmitteln, Haushaltswaren, Kleidung und natürlich jeder Menge Souvenirs. Nächster Stopp das Nationalmuseum von Kambodscha, mit vielen Ausstellungstücken aus der Khmer-Zeit.

Nationalmusem

Ausstellungsstücke

Ist der echt?


Der Königspalast stand ebenfalls auf dem Programm, leider ohne uns, da Yvonne etwas zu freizügig angezogen war und nicht der Kleiderordnung entsprach (kurze Shorts) - ein Tuch zum Verhüllen reichte hier nicht aus. Ok, dann halt morgen und schön standesgemäss angezogen, daran sollte man denken, wenn man in Asien Tempel oder Paläste besichtigen möchte

Königspalast...

...mit schönem Dach


Haupttor in der Abenddämmerung


Abschluss unserer Tagestour war der Wat Phnom, einer der Tempel in Phnom Penh.

Der Königspalast, Nationalmuseum und Wat Phnom waren interessant, aber beeindruckt und bewegt haben uns die Killing Fields und S21.
Kambodscha hat eine schwere Vergangenheit aufzuarbeiten und die Kriegsverbrechen sind gerade einmal 35 Jahre her.

Nach soviel schwerer Kost ist es nicht leicht einen Übergang zu finden.
Also weiter mit dem Essen in Phnom Penh.
Die kambodschanische Küche war uns bisher relativ unbekannt. Wir haben aber zwei Gerichte gefunden, die und richtig gut geschmeckt haben Amok und Sach Moan Ang (hier klickenzum Extra-Post).

Überraschenderweise haben wir auch einen Bioladen gefunden in dem es sehr leckeres Obst gab.

Bio Bio - da lacht der Verbraucher...

Vitaminspritze!


Ansonsten haben wir viel entspannte Zeit in unserer Unterkunft verbracht, das Hotel wurde gerade eröffnet und dementsprechend neu war alles. Was gab es sonst noch, Yvonne war endlich beim Friseur, dramatische Sache, die gute Friseuse hat mal einfach los geschnitten und unsere Suche nach einer ordentlichen Laundry verlief ergebnislos. Alle die wir gefunden haben, trocken die Kleidung auf Ständern direkt an der Strasse. Da bleibt die Frage, ob die Wäsche vorher oder nachher sauberer ist. Also haben wir uns für eine etappenweise Handwäsche im Hotel entschieden...


Noch etwas aus der Rubrik "Nicht weiter darüber nachdenken!"

Ja, hier möchte man sein Geld abheben, das gute, alte Windows NT. Vielleicht kann man seine PIN als Admin-Passwort eingeben?

Game Over!


Auch interessant, immerhin schreibt er dazu wie veraltet sein Bild ist - "Tuk Tuk Driver Mr. Sarin 12 years ago" - als ich noch jung war ;)


Wie er wohl heute aussieht?


Gefunden in einem indischen Restaurant. Es scheint in Kambodscha einen Engpass bei Schaffleisch zu geben:

Da wird doch die Ziege zum Schaf!


Phnom Penh will eine moderne, asiatische Metropole werden. Da schreckt man nicht davor ab Gebäude zu kopieren. Sieht doch ziemlich nach den Marina Bay Sands aus Singapore aus:

Copycat


Nach einer Woche geht es weiter von Phnom Penh mit dem Minibus nach Siam Reap. Keine gute Entscheidung wie sich herausgestellt hat, der Bus war voll und hatte keinen Kofferraum, also saßen alle mehr oder weniger auf ihrem Gepäck, was für 8 Stunden wirklich unangenehm war, zumal der Sitzabstand selbst für einen kleinen Asiaten sehr knapp bemessen war. Außerdem saßen wir ganz hinten über der Achse, ein paar gute Sprünge gab es somit gratis obendrauf.

Siam Reap hat uns dann aber deutlich besser gefallen, ruhiger, nicht ganz so viel Verkehr und man konnten sich endlich zu Fuss bewegen. Von hier aus haben wir unsere Ausflüge nach Angkor und seinen Tempeln unternommen.

Jetzt also Angkor Weltkulturerbe und das touristische Highlight in Kambodscha.
Angkor ist eine Region in der die Khmer zu ihrer Herrschaftszeit diverse Tempelanlagen gebaut haben und besteht keinesfalls nur aus Angkor Wat, dem sicherlich bekanntesten Tempel.
Insgesamt sollen es mehr als 1.000 Tempel sein und in dem ganzen Areal haben zu Hochzeiten bis zu einer Million Menschen gelebt.

Karte von Angkor


Wir haben uns entschieden ein 3-Tages-Ticket zu kaufen und für die 3 Tage für 55 US$ ein Tuk Tuk gemietet. Und los geht’s es mit dem Tempelmarathon:

Tag 1 - 10 Tempel
Start 5:40 Uhr zum Sonnenaufgang am berühmten Angkor Wat - leider etwas bewölkt.
Angkor Wat ist sehr beeindruckend, allein die schiere Größe der Anlage versetzt einen in Staunen. Angkor Wat ist der größte Tempelkomplex der Welt. Wir haben also gleich mal mit dem größten Tempel begonnen. Dann weiter auf der großen Tempelrunde (Grand Tour Circuit) mit Baksei Chamkrong, Preah Khan, Neak Pean, Ta Som, East Mebon, Pre Rup, Srah Srang, Banteay Kdei und zum Abschluss Prasat Kravan.
Das reicht für den ersten Tag alle Mal, also zurück nach Siem Reap.

Angkor Wat (Blick vom Phnom Bakheng)

Außenanlage Angkor Wat 


8-armiger Buddah im Eingangsbereich


Buddah im zentralen Turm

Die Hinteransicht von Angkor Wat

Preah Khan

Im Inneren von Prasat Kravan


Tag 2 - 9 Tempel
Start 8:00 Uhr, heute haben wir mit einer Tempelgruppe etwas abseits des Hauptkomplexes angefangen, sie nennt sich Roluos Group. Die Fahrt mit dem Tuk Tuk dauert ungefähr 30 Minuten. Hier sind nicht ganz so viele Touristen. Die Tempel hießen Bakong, Prah Ko und Lolei. Nach dem Frühstück vom Hotel gab es ein Omlelette Toast zum mitnehmen und aus dem Supermarkt leckeren Passionfruit- und Mango-Obstpacks zurück Richtung Angkor Thom.

Bakong


Dann stand Ta Phrom auf dem Programm – dieser Tempel wurde weitgehend in dem Zustand belassen in dem er entdeckt wurde. Er ist überwuchert von riesigen Bäumen (Würgefeigen und Tetrameles nudiflora) und bekannt als Kulisse für den Tomb Raider Film.
Die Sicherheitsvorschriften und -vorkehrungen sind in den Anlagen überschaubar. So kann man sich recht frei bewegen und alles erkunden, das macht Spass und solange man verantwortungsvoll und vorsichtig zu Werke geht ist es auch in Ordnung.

Ta Phrom...


...beeindruckt durch die riesigen Bäume...

...die überall wuchern.

Gut zum herumklettern...


Weitere Tempel auf der heutigen „kleinen“ Runde (Small Tour Circuit) waren Ta Keo, Chau Say Tevoda, Thommnon und Bayon.
Bayon liegt in der alten Khmer Hauptstadt Angkor Thom und war unser persönliches Highlight vor allem wegen der riesigen Steingesichter an allen Türmen der Anlage. Das hatte etwas mystisches..

Bayon


Überall Gesichtertürme...


Über die Terrasse der Elefanten und die Terrasse des Lepra-Königs ging es zum Abschluss der heutigen Tour - Sonnenuntergang auf dem Phnom Bakheng, der sich dafür anbietet, da er auf einem Hügel liegt. Wir haben uns durch den Ausgang hereingeschmuggelt, vorbei an den Massen wartender, chinesischer Reisegruppen. Leider fing es an zu regnen - sollte wohl nicht sein...

Nach so vielen Tempeln fängt man irgendwann an nur noch Steine zu sehen. 3 Tage am Stück sind zu viel. Wir beschließen einen Tag Pause zu machen und diesen Tag in Siem Reap zu bleiben.


Tag 3 - 5 Tempel
Wieder früh raus, Versuch Nummer zwei mit dem Sonnenaufgang in Angkor Wat. Wir waren zwar etwas spät dran, aber diesmal hat es geklappt.

Endlich, da kommt die Sonne


Den Sonnenaufgang wollten nicht nur wir sehen...


Nach einer 30km langen Fahrt haben wir dann Banteay Srei besucht, der besonders wegen der feinen Ornamente bekannt ist. Dann zurück über Banteay Samre nach Angkor Thom. Dort haben wir die letzten Tempel Baphuon, Phimeanakas und Prasats Suor Prat besichtigt. Ende und aus!

Banteay Srei 

Ornamentik


In der Zwischenzeit hatte das Khmer New Year Fest begonnen und auf dem Gelände von Angkor Thom und vor Angkor Watt wurden Tribünen, ein Museumsdorf und Messehallen. Wir haben die einheimische Produktmesse (Grüne Woche auf kambodschanisch) angeschaut und uns durchprobiert.

Alle wollen zur Feier...


Nachdem wir jetzt Tempelexperten sind, anbei unsere persönliche TOP3-Liste:

  • Platz 1: Bayon (der mit den Gesichtern)
  • Platz 2: Angkor Wat
  • Platz 3 Yvonne: Banteay Srei
  • Platz 3 Frank: Ta Phrom
Den letzten Tag haben wir dann wieder in Siem Reap verbracht. Die Stadt ist ganz gemütlich und wir haben einen Österreicher gefunden, der ein Restaurant betreibt, mit Namen „Die Schnitzelwirtin“ (Link).

Sehr lecker - endlich mal wieder Käsespätzle, Gurkensalat, Schweinebraten und natürlich Wienerschnitzel - es hat wirklich geschmeckt wie in den Alpen.
Nach 5 Monaten Verzicht musste das einfach sein!


Warten auf tempelmüde Füße...

Nachtleben von Sieam Reap


Ganz besondere Freude, hat mir das Fotografieren kambodschanischer Transportmeister gemacht.
Hier eine kleine Auswahl zum Thema: "Was bekomme ich alles in mein Fortbewegungsmittel hinein"!

Viele Passagiere - kein Problem

Mehr Platz? Hier die verlängerte Gepäckablage am Heck

Und hier wird gepackt - alles muss rein!


Mein absolutes Lieblingsfoto, man beachte die Motorroller im Kofferraum. Wie viele Personen sitzen darauf?  Es sind 4 (!) genau hinschauen ;)

Jedes Mal wenn ich das Foto sehe lache ich mich kaputt...

Hier wird ein neues Gefährt "Marke Eigenbau" gebastelt


Wir haben uns entschieden von Siam Reap mit dem Sleeperbus (Nachtbus) zurück nach Phnom Penh zu fahren. Unsere erste Erfahrung mit dem Sleeperbus, so etwas haben wir vor Süd-Ost-Asien noch nirgends gesehen. Der Bus bestand aus 2 Reihen ca. 1,2 Meter breiten Liegen auf 2 Etagen. Die Rückenlehne war im 30 Grad Winkel angestellt, so dass man die Füße unter die Lehne des Vordermanns legen konnte. Natürlich wieder für kleine Asiaten konstruiert, zudem war es sehr stickig im Bus, so dass die Fahrt nicht wirklich erholsam war. Aber es war ein Erlebnis!

Doppelliegen...

...auf 2 Etagen


In Phnom Penh angekommen, sind wir gleich mit dem Boot auf dem Mekong Richtung Vietnam aufgebrochen...



Und wie schon bekannt, zum Schluss weitere Impressionen:

Einfach mal hängen lassen... 

Posing vor dem Lexus - Sehe ich gut aus! 

Handy-Mönch 

Es sind noch Eier da! 

Tanzaufführung im Nationalmuseum 


Die praktische Wasserflasche mit Henkel... 

Central Market Phnom Penh 

Säulen in Angkor Wat 

Was gibt's den da zu sehen? 

Attacke der japanischen Reisgruppe!

Wie hieß der Tempel nochmal? 

Gesichter 

Echse am Rednerpult: Meine Damen und Herren... 


Tempelkinder 


Die größte Spinne die wir bisher gesehen haben - so groß wie eine Hand... 

Gleich regnet es... 

...jetzt aber schnell 

Hotel-Laundry 

Sonnenbad

2 Kommentare:

  1. Echsenfoto: Großartig
    Spinnenfoto: Aaaaahhhhhhhhhhhh!!!!!

    Laßt's Euch weiter gut gehen ihr Beiden ....

    Anja

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  2. Sicher habt ihr's bereits gemerkt: Ihr habt mich abgehängt. Versuche jetzt aufzuschließen, Kambodscha liegt hinter mir, Vietnam folgt asapstens ...

    Holger

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