3.April 2013 Ankunft in Phnom Penh der
Hauptstadt von Kambodscha.
Einen richtigen Plan für unseren
Aufenthalt in Kambodscha haben wir nicht. Erstmal Visa für die
kommenden Länder (Vietnam, Laos, Myanmar) in Phnom Penh beantragen und natürlich nach Siam Reap und Angkor mit seinen berühmten
Tempeln.
Nach unseren drei Tagen und zwei
Nächten auf Flughäfen waren wir glücklich wieder in einem richtigen Bett zu
liegen. Wir haben ein richtig schönes Hotel erwischt, eine
kleine Oase in Stadt.
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| Der Eingangsbereich unseres Hotels |
Phnom Penh ist, man muss es leider sagen,
richtig dreckig. Überall Staub und Schmutz und der Verkehr - „die
einzige Regel ist, es gibt keine Regeln - was sind Ampeln?“ - macht
es noch unangenehmer. Als Fussgänger hat man es schwer, es gibt
keine richtigen Fusswege und wenn doch, parken dort Autos, Tuk Tuk's und
Motorroller. Mal wieder etwas Neues, nach den Monaten in Australien und Neuseeland. Willkommen in Süd-Ost-Asien...
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| Platz da, wir müssen hier durch... |
Wir haben trotzdem versucht die Stadt
zu erkunden. Als 1. auf der Liste Botschaften - wir wissen nun wo
sich alle möglichen Vertretungen in Phnom Penh befinden. Die
Beantragung unserer Visa hat recht gut geklappt, allerdings mit
einigen Ereignissen zum schmunzeln:
hier klicken zum Extra-Post.
Insgesamt haben wir eine Woche in Phnom
Penh eingeplant. Da bleibt auch Zeit zum Sightseeing.
Wir haben zusammen mit zwei Japanern
und einer Koreanerin eine Tour gebucht, bzw. einen Bus mit Fahrer,
der uns zu den wichtigsten Punkten bringt.
Los ging es zu unseren ersten beiden
Zielen den Killing Fields in Choeung Ek (eines von 300
Vernichtungslagern zu Zeiten der Roten Khmer und Pol Pot, heute Gedenkstätte)
und zum Folter-Gefängnis Tuol Sleng „S21“, eine ehemalige Schule
in der politische Gefangene verhört und gefoltert wurden. Schweres
Programm gleich zu Beginn.
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| Pol Pot und der S21-Leiter Duch |
Noch ein paar Informationen zu den
beiden Stätten:
Während der Herrschaft der roten Khmer wurde eine Schule zu dem berüchtigten Gefängnis S21 umgewandelt und zur
Folterung der politischen Gefangenen genutzt. In der heutigen
Gedenkstätte kann man den gesamten Komplex inklusive der Zellen besichtigen, zudem werden die Foltermethoden dargestellt. Es sind
hunderte Fotos der Opfern ausgestellt, die entweder hier gestorben
sind oder zu den Killing Fields gebracht wurden. Von den 20.000
Insassen konnten nach der Befreiung 1979 nur 14 gerettet werden. Zwei von ihnen sind jeden Tag in dieser
Gedenkstätte und signieren ihre Biografien...
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| Eines der S21-Gebäude |
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| Zellentrakt |
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| Wand der Opfer... |
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| Totenschädelkarte Kambodschas der Roten Khmer |
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| Survivor |
Abschluss unserer Tagestour war der Wat
Phnom, einer der Tempel in Phnom Penh.
Der Königspalast, Nationalmuseum und
Wat Phnom waren interessant, aber beeindruckt und bewegt haben uns
die Killing Fields und S21.
Kambodscha hat eine schwere
Vergangenheit aufzuarbeiten und die Kriegsverbrechen sind gerade
einmal 35 Jahre her.
Nach soviel schwerer Kost ist es nicht
leicht einen Übergang zu finden.
Also weiter mit dem Essen in Phnom
Penh.
Überraschenderweise haben wir auch
einen Bioladen gefunden in dem es sehr leckeres Obst gab.
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| Bio Bio - da lacht der Verbraucher... |
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| Vitaminspritze! |
Ansonsten haben wir viel entspannte
Zeit in unserer Unterkunft verbracht, das Hotel wurde gerade eröffnet
und dementsprechend neu war alles. Was gab es sonst noch, Yvonne war
endlich beim Friseur, dramatische Sache, die gute Friseuse hat mal
einfach los geschnitten und unsere Suche nach einer ordentlichen
Laundry verlief ergebnislos. Alle die wir gefunden haben, trocken die
Kleidung auf Ständern direkt an der Strasse. Da bleibt die Frage, ob
die Wäsche vorher oder nachher sauberer ist. Also haben wir uns für
eine etappenweise Handwäsche im Hotel entschieden...
Noch etwas aus der Rubrik "Nicht weiter darüber nachdenken!"
Ja, hier möchte man sein Geld abheben, das gute, alte Windows NT. Vielleicht kann man seine PIN als Admin-Passwort eingeben?
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| Game Over! |
Auch interessant, immerhin schreibt er dazu wie veraltet sein Bild ist - "Tuk Tuk Driver Mr. Sarin 12 years ago" - als ich noch jung war ;)
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| Wie er wohl heute aussieht? |
Gefunden in einem indischen Restaurant. Es scheint in Kambodscha einen Engpass bei Schaffleisch zu geben:
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| Da wird doch die Ziege zum Schaf! |
Phnom Penh will eine moderne, asiatische Metropole werden. Da schreckt man nicht davor ab Gebäude zu kopieren. Sieht doch ziemlich nach den Marina Bay Sands aus Singapore aus:
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| Copycat |
Nach einer Woche geht es weiter von
Phnom Penh mit dem Minibus nach Siam Reap. Keine gute Entscheidung wie sich herausgestellt hat,
der Bus war voll und hatte keinen Kofferraum, also saßen alle mehr
oder weniger auf ihrem Gepäck, was für 8 Stunden wirklich
unangenehm war, zumal der Sitzabstand selbst für einen kleinen
Asiaten sehr knapp bemessen war. Außerdem saßen wir ganz hinten
über der Achse, ein paar gute Sprünge gab es somit gratis
obendrauf.
Siam Reap hat uns dann aber deutlich
besser gefallen, ruhiger, nicht ganz so viel Verkehr und man konnten
sich endlich zu Fuss bewegen. Von hier aus haben wir unsere Ausflüge
nach Angkor und seinen Tempeln unternommen.
Jetzt also Angkor Weltkulturerbe und
das touristische Highlight in Kambodscha.
Angkor ist eine Region in der die Khmer
zu ihrer Herrschaftszeit diverse Tempelanlagen gebaut haben und
besteht keinesfalls nur aus Angkor Wat, dem sicherlich bekanntesten
Tempel.
Insgesamt sollen es mehr als 1.000
Tempel sein und in dem ganzen Areal haben zu Hochzeiten bis zu einer
Million Menschen gelebt.
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| Karte von Angkor |
Wir haben uns entschieden ein
3-Tages-Ticket zu kaufen und für die 3 Tage für 55 US$ ein Tuk Tuk
gemietet. Und los geht’s es mit dem Tempelmarathon:
Tag 1 - 10 Tempel
Start 5:40 Uhr zum Sonnenaufgang am
berühmten Angkor Wat - leider etwas bewölkt.
Angkor Wat ist sehr beeindruckend,
allein die schiere Größe der Anlage versetzt einen in Staunen.
Angkor Wat ist der größte Tempelkomplex der Welt. Wir haben also
gleich mal mit dem größten Tempel begonnen. Dann weiter auf der
großen Tempelrunde (Grand Tour Circuit) mit Baksei Chamkrong, Preah
Khan, Neak Pean, Ta Som, East Mebon, Pre Rup, Srah Srang, Banteay
Kdei und zum Abschluss Prasat Kravan.
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| Preah Khan |
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| Im Inneren von Prasat Kravan |
Tag 2 - 9 Tempel
Start 8:00 Uhr, heute haben wir mit
einer Tempelgruppe etwas abseits des Hauptkomplexes angefangen, sie
nennt sich Roluos Group. Die Fahrt mit dem Tuk Tuk dauert ungefähr
30 Minuten. Hier sind nicht ganz so viele Touristen. Die Tempel
hießen Bakong, Prah Ko und Lolei. Nach dem Frühstück vom Hotel gab
es ein Omlelette Toast zum mitnehmen und aus dem Supermarkt leckeren
Passionfruit- und Mango-Obstpacks zurück Richtung Angkor Thom.
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| Bakong |
Dann stand Ta Phrom auf dem Programm –
dieser Tempel wurde weitgehend in dem Zustand belassen in dem er
entdeckt wurde. Er ist überwuchert von riesigen Bäumen (Würgefeigen
und Tetrameles nudiflora) und bekannt als Kulisse für den Tomb
Raider Film.
Weitere Tempel auf der heutigen
„kleinen“ Runde (Small Tour Circuit) waren Ta Keo, Chau Say
Tevoda, Thommnon und Bayon.
Bayon liegt in der alten Khmer
Hauptstadt Angkor Thom und war unser persönliches Highlight vor
allem wegen der riesigen Steingesichter an allen Türmen der Anlage.
Das hatte etwas mystisches..
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| Bayon |
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| Überall Gesichtertürme... |
Über die Terrasse der Elefanten und
die Terrasse des Lepra-Königs ging es zum Abschluss der heutigen
Tour - Sonnenuntergang auf dem Phnom Bakheng, der sich dafür
anbietet, da er auf einem Hügel liegt. Wir haben uns durch den
Ausgang hereingeschmuggelt, vorbei an den Massen wartender,
chinesischer Reisegruppen. Leider fing es an zu regnen - sollte wohl
nicht sein...
Nach so vielen Tempeln fängt man
irgendwann an nur noch Steine zu sehen. 3 Tage am Stück sind zu
viel. Wir beschließen einen Tag Pause zu machen und diesen Tag in
Siem Reap zu bleiben.
Tag 3 - 5 Tempel
Wieder früh raus, Versuch Nummer zwei
mit dem Sonnenaufgang in Angkor Wat. Wir waren zwar etwas spät dran,
aber diesmal hat es geklappt.
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| Endlich, da kommt die Sonne |
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| Den Sonnenaufgang wollten nicht nur wir sehen... |
Nach einer 30km langen Fahrt haben wir
dann Banteay Srei besucht, der besonders wegen der feinen Ornamente
bekannt ist. Dann zurück über Banteay Samre nach Angkor Thom. Dort
haben wir die letzten Tempel Baphuon, Phimeanakas und Prasats Suor
Prat besichtigt. Ende und aus!
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| Banteay Srei |
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| Ornamentik |
In der Zwischenzeit hatte das Khmer New
Year Fest begonnen und auf dem Gelände von Angkor Thom und vor
Angkor Watt wurden Tribünen, ein Museumsdorf und Messehallen. Wir
haben die einheimische Produktmesse (Grüne Woche auf
kambodschanisch) angeschaut und uns durchprobiert.
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| Alle wollen zur Feier... |
Nachdem wir jetzt Tempelexperten sind, anbei unsere persönliche TOP3-Liste:
- Platz 1: Bayon (der mit den Gesichtern)
- Platz 2: Angkor Wat
- Platz 3 Yvonne: Banteay Srei
- Platz 3 Frank: Ta Phrom
Den letzten Tag haben wir dann wieder
in Siem Reap verbracht. Die Stadt ist ganz gemütlich und wir haben
einen Österreicher gefunden, der ein Restaurant betreibt, mit Namen
„
Die Schnitzelwirtin“ (Link).
Sehr lecker - endlich mal wieder
Käsespätzle, Gurkensalat, Schweinebraten und natürlich
Wienerschnitzel - es hat wirklich geschmeckt wie in den Alpen.
Nach 5 Monaten Verzicht musste das
einfach sein!
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| Warten auf tempelmüde Füße... |
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| Nachtleben von Sieam Reap |
Ganz besondere Freude, hat mir das Fotografieren kambodschanischer Transportmeister gemacht.
Hier eine kleine Auswahl zum Thema: "Was bekomme ich alles in mein Fortbewegungsmittel hinein"!
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| Viele Passagiere - kein Problem |
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| Mehr Platz? Hier die verlängerte Gepäckablage am Heck |
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| Und hier wird gepackt - alles muss rein! |
Mein absolutes Lieblingsfoto, man beachte die Motorroller im Kofferraum. Wie viele Personen sitzen darauf? Es sind 4 (!) genau hinschauen ;)
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| Jedes Mal wenn ich das Foto sehe lache ich mich kaputt... |
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| Hier wird ein neues Gefährt "Marke Eigenbau" gebastelt |
Wir haben uns entschieden von Siam Reap
mit dem Sleeperbus (Nachtbus) zurück nach Phnom Penh zu fahren.
Unsere erste Erfahrung mit dem Sleeperbus, so etwas haben wir vor
Süd-Ost-Asien noch nirgends gesehen. Der Bus bestand aus 2 Reihen
ca. 1,2 Meter breiten Liegen auf 2 Etagen. Die Rückenlehne war im 30
Grad Winkel angestellt, so dass man die Füße unter die Lehne des
Vordermanns legen konnte. Natürlich wieder für kleine Asiaten
konstruiert, zudem war es sehr stickig im Bus, so dass die Fahrt
nicht wirklich erholsam war. Aber es war ein Erlebnis!
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| Doppelliegen... |
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| ...auf 2 Etagen |
Echsenfoto: Großartig
AntwortenLöschenSpinnenfoto: Aaaaahhhhhhhhhhhh!!!!!
Laßt's Euch weiter gut gehen ihr Beiden ....
Anja
Sicher habt ihr's bereits gemerkt: Ihr habt mich abgehängt. Versuche jetzt aufzuschließen, Kambodscha liegt hinter mir, Vietnam folgt asapstens ...
AntwortenLöschenHolger